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Digitale Souveränität für Behörden

Was der Deutschland-Stack für Ihre Kommune bedeutet

~10 Min · 3 Lektionen + Quiz · Pfeiltasten oder Buttons zum Navigieren

Was ist digitale Souveränität?

Selbstbestimmung über die eigene IT-Infrastruktur

Das Problem: Vendor-Lock-in

  • Microsoft 365: Daten auf US-Servern, Preise steigen jährlich
  • Google Workspace: Keine Kontrolle über Datenzugriff
  • SAP: Lizenzkosten von 20.000–100.000 €/Jahr
  • Oracle: Vertragsklauseln verbieten den Wechsel
🏢 Analogie: Vendor-Lock-in ist wie ein Mietvertrag, bei dem der Vermieter jederzeit die Miete erhöhen darf — und Sie Ihre Möbel nicht mitnehmen können, wenn Sie ausziehen wollen.

Die Lösung: Souveräne IT

  • Open Source: Quellcode offen, kein Vendor-Lock
  • Deutsche Server: DSGVO-konform, Daten bleiben in DE
  • Offene Standards: Daten jederzeit exportierbar
  • Eigene Kontrolle: Anbieter austauschbar
Beispiel: Die Stadt München nutzte 15 Jahre lang Linux auf 15.000 Rechnern (LiMux-Projekt). Nach dem Rückschwenk auf Microsoft stiegen die IT-Kosten um 86 Millionen Euro.

Der Deutschland-Stack

Beschluss des IT-Planungsrats vom 18. März 2026

Drei Säulen

📚 1. Plattformkern
Zentral vom Bund koordiniert. Basis-Infrastruktur, die alle Verwaltungsebenen gemeinsam nutzen.
📦 2. Portfolio
Basisdienste, Infrastruktur, Betriebsplattformen und zentrale Zugangskanäle für Bürger und Verwaltung.
📐 3. Standards
Verbindliche Standards für KI, Cloud, DevSecOps, IT-Sicherheit und Schnittstellen.

Zentrale Akteure

  • ZenDiS — Zentrum für Digitale Souveränität: Koordiniert Open-Source-Alternativen für die Verwaltung
  • DVC — Deutsche Verwaltungscloud: Geplante souveräne Cloud-Infrastruktur für alle Verwaltungsebenen
  • openCode — GitLab-Plattform für öffentlichen Code der Verwaltung
🌎 Was bedeutet das konkret?
Jede Kommune wird in den nächsten Jahren Standards für KI, Cloud und IT-Sicherheit umsetzen müssen. Der Deutschland-Stack gibt den Rahmen vor — und setzt dabei auf Open Source statt Vendor-Lock.

Souveräne Alternativen in der Praxis

Open-Source-Lösungen, die heute schon funktionieren

Cloud & Kommunikation

Nextcloud statt Microsoft OneDrive
Dateien, Kalender, E-Mail — auf eigenen Servern. DSGVO-konform, in vielen Behörden bereits im Einsatz.
💬 Element/Matrix statt Microsoft Teams
Verschlüsselter Chat + Videoanrufe. Die Bundeswehr nutzt Matrix unter dem Namen „BwMessenger".
📄 LibreOffice statt Microsoft Office
Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen. Liest und schreibt alle gängigen Formate.

KI & Spezialtools

🤖 Lokale KI statt ChatGPT
Open-Source-Modelle (Qwen, SmolLM, Whisper) laufen auf eigener Hardware. Bürgerdaten verlassen nie den Server.
🔒 Anonymisierung vor Cloud-KI
Wenn Cloud-KI nötig: Personenbezogene Daten werden vor dem Versand automatisch anonymisiert. Mapping bleibt lokal.
💻 Linux statt Windows
Kein Telemetrie-Zwang, keine Lizenzkosten. Schleswig-Holstein migriert aktuell 30.000 Arbeitsplätze auf LibreOffice + Linux.

Quiz: Digitale Souveränität

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